Maiwanderfahrt 2026 auf der Ruhr von Schwerte nach Kettwig

Mit drei Vierern solle es diesmal von Schwerte nach Kettwig gehen – eine schöne Idee, das direkte Umfeld mal genauer unter die Lupe zu nehmen!

Diese Wanderfahrt versprach, vergleichsweise entspannt zu werden, da das Ziel ja der heimische Steg sein würde – dachte ich…

Aber schon der Start in Schwerte war anspruchsvoll, da die Ruhr offenbar weniger Wasser führt als üblich und der Abstand von Steg‐ und Wasserkante ein bisschen unbequem war. Außerdem war hier ordentlich Strömung und dieser Eindruck wurde durch „Wildwasserstangen“ noch verstärkt. Alle drei Boote sind aber sicher losgekommen, trotzdem war das Wasser stellenweise sehr flach und es musste gewissenhaft gesteuert werden.

Die erste Umtrage kam schon nach wenigen Kilometern mit einer sehr steilen Treppe am Unterwasser.

Die Fahrt über den Hengsteysee war dann wirklich sehr entspannt bei besten Bedingungen, die nächste Umtrage erwartete uns am Ende des Sees, wo es durch einen schmalen Tunnel Richtung Unterwasser ging. Kurz danach ging’s schon wieder aus dem Boot, Ausstieg an einem kleinen Steg in reichlich Gänsekot und wieder eine Treppe (genau genommen sogar zwei parallele) abwärts direkt (ohne Steg) in einen winzigen Nebenarm/‐bucht der Ruhr wieder einzusteigen. Nachdem das alle Boote gemeistert hatten, hatten wir uns eine Pause an Steg des RC Westfalen Herdecke verdient!

Der Harkortsee zeigte sich wie der Hengsteysee auch bei besten Bedingungen und nach ein bisschen Suchen fanden wir dann auch den richtigen Weg (rechts!!) zur nächsten Umtrage. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir rd. 18 km hinter uns. Hier war der Steg sehr schön, aber der Weg zum Unterwasser lang und kurvig und sogar mit einer kleinen Brücke. Direkt danach zeigte uns die Ruhr noch einmal, wie wenig Wasser sie hat – es wurde noch einmal sehr flach.

Dieses „flach“ kam danach dann noch mal ganz dicke – im Sinne von ganz dicken Steinen mit wenig Wasser darüber. Also mussten einige von uns aus den Booten raus, um den besten Weg dadurch zu finden. Ist am Ende mit viel Körpereinsatz, nassen Klamotten und dem Fast‐Verlust einer KRG‐Cap auch gelungen. Darauf einen kleinen Klopfer 😉!

Nach all der Aufregung war das Anlegen beim RC Witten mit bester Infrastruktur (viel Platz und ein langer Steg) sehr willkommen. Die Boote wurden ins grüne Gras gelegt und wir fuhren mit Taxis nach Hattingen in unser Hotel.

Am zweiten Tag stand zunächst einmal Kultur auf dem Programm. Es sollte zur ehemaligen Zeche Nachtigall gehen, wo auch es auch „unter Tage“ ging. Das ist hier ebenerdig möglich, weil man einen Durchbruch durch einen Berg, den ein früherer Ziegeleibetreiber als Transportweg hatte erstellen lassen, wie ein Stollen hergerichtet worden war. Die wirklichen Abbaustellen waren unter dem, den wir erkunden durften. Wir erfuhren sehr anschaulich einiges über die wechselvolle Nutzung des Areals der Zeche Nachtigall – von Kohleabbau über Ziegelei und Schrottplatz zu Museum.

Nach einer Stärkung sollte es nun eigentlich wieder aufs Wasser gehen, es war auch schon alles vorbereitet, aber auch am Unterwasser in Witten konnte man deutlich den niedrigen Wasserstand der Ruhr sehen, was angesichts der bekannten noch zu überwindenden Stromschnellen Sorgen bereitete. Hinzu kam eine Baustelle in der Ruhr, die unsere Rad fahrende Begleitung (zum Glück) gesehen hatte, die es erfordert hätte, uns eine Anlegestelle mit der weißen Flotte zu teilen. Wir haben also die Boote auf den herbeigeholten Anhänger geladen und beschlossen, die nächste Etappe in Bochum‐Dahlhausen zu beginnen.

Von unserem Hotel in Hattingen ging es dann Sonntag morgen teils mit unseren Fahrzeugen und teils mit der S‐Bahn nach Dahlhausen, so wir sehr bequem auf einer riesigen grünen Wiese aufriggern und über einen schönen Steg einsetzen konnten. Und es ging weiter mit (leider nicht nutzbaren) Bootsgassen. Also wieder umtragen (zwei Mal). So langsam machte sich eine gewisse Übung bemerkbar und auch die Umtragestellen waren ein bisschen gefälliger, so dass wir recht gut vorankamen. Pünktlich legten wir beim TVK an und konnten unsere körpereigenen Tanks wieder füllen. Als wir dann wieder aufs Wasser gingen, fing es an zu regnen. Fast könnte man sagen, zum Glück, denn damit war der vorher kräftige Wind deutlich weniger geworden. Das bisschen Regen blieb bis zum Baldeneysee‐Wehr, das wir ‐ fast unbemerkt 😉‐ hinter uns ließen. Die restliche Strecke verging auch fast unbemerkt und wir konnten wieder zu Hause anlegen.

Eine schöne, erlebnisreiche Tour bei meistens besten Wetterbedingungen und einer prima Gruppe!

Meine erste Maiwanderfahrt hat mir sehr viel Spaß gemacht ‐ einen dicken Dank an unsere Organisatoren!

Antje